Ein Mädchen hat die Wahl zwischen Glace oder Gemüse

Die Qual der Wahl: ein Vergleich von Entwicklungs-Strategien

Welche Möglichkeiten zur Software- und Produktentwicklung gibt es und was sind ihre Vor- und Nachteile?

Lesezeit 4 min

Geändert

Solcept ist ein Ingenieurbüro, welches embedded Projekte auf zwei Arten durchführt. Einerseits die Integration unserer Ingenieure in das gemischte Team des Kunden, andererseits komplette Produktentwicklungsprojekte mit unseren eigenen Prozessen und Projektmanagement. Das tun wir in Teams von einem oder zwei bis zu mehr als zehn Spezialisten.

Die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister für komplette Projekte oder dessen Mitarbeit im Team des Kunden ist nicht unbedingt für jeden die beste Wahl. Manchmal sind Freelancer, Entwicklung zusammen mit einem Bestücker, Off-Shoring oder die Einstellung eigener Entwickler die bessere Wahl. In diesem Beitrag möchten wir einen ehrlichen Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten der Produkt- und embedded Softwareentwicklung werfen.

Grundsätzlich gibt es die sieben untenstehenden Möglichkeiten, Software und Elektronik zu entwickeln.

Zudem stellt sich bei externen Projekten, auch mit EEMS, die grundsätzliche Frage: Fixpreis oder nach Aufwand? Und es ist ist interessant zu wissen wie man einen Entwicklungspartner auswählt.

Jeder der sieben Wege zum Produkt hat seine eigenen Vor- und Nachteile (auf einer separaten Seite gibt es dazu detaillierte Beschreibungen) :

Externes Projekt: Was sind die Vor- und Nachteile?

Eine Vergabe der kompletten Entwicklung ergibt den kleinsten Management-Aufwand und es findet kein Lock-In statt. Auch die Wartung und Erweiterbarkeit ist sichergestellt. Die Externen müssen sich zuerst das Branchenwissen erarbeiten und für einen Fixpreis als die ultimative Risikominderung muss das Projekt am Anfang genügend klar spezifiziert sein.

Gemischtes Team: Was sind die Vor- und Nachteile?

Wenn Sie vorab keine genauen Spezifikationen erstellen können, dann ist ein gemischtes Team aus eigenen Entwicklern und denen eines Ingenieurbüros die beste Wahl. Die Vorteile erkaufen Sie sich mit dem Aufwand, alle Ingenieure zu managen und mit den Risiken, welche alle bei Ihnen liegen.

Hauseigenes Entwicklungsteam: Was sind die Vor- und Nachteile?

Mit einem eigenen Team sind die offensichtlichen Kosten niedrig, und die Wartung der Produkte ist sichergestellt. Auch das Wissen über die Branche ist vorhanden. Dafür ist der Management-Aufwand ziemlich gross und Altlasten können die Neuentwicklung verzögern. Auch sind Bedarfsschwankungen nicht gut ausgleichbar und embedded Spezialistenwissen kann fehlen.

EEMS (Electronic Engineering and Manufacturing Services): Was sind die Vor- und Nachteile?

Der offensichtliche Vorteil der Entwicklung durch einen Bestücker ist die Verminderung der Schnittstellen dadurch, dass alles aus einer Hand kommt. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht nur Lückenbüsser sind, dass das Entwickler-Wissen wirklich vorhanden ist und dass die Verträge Lock-In mit den Auftragnehmer ausschliessen.

Fachhochschule: Was sind die Vor- und Nachteile?

Eine Fachhochschule mit dem Projekt zu beauftragen kann kurzfristig eine der preiswertesten Lösungen sein. Die Risiken sind jedoch nicht zu unterschätzen, da Entwicklung, vor allem zur Seriereife nicht das Kerngeschäft der Fachhochschulen sind.

Freelancer: Was sind die Vor- und Nachteile?

Auf den ersten Blick sind Freelancer die einfachste Lösung um Ressourcen - und Expertise-Engpässe zu füllen. Die langfristige Wartung und alle Risiken, auch das Risiko der Qualifikation der Freelancer, bleiben bei dieser Lösung jedoch bei Ihnen.

Near-Shoring/ Off-Shoring: Was sind die Vor- und Nachteile?

Off-Shoring sieht kurzfristig meist wie die die kostengünstigste Lösung aus. Diesen Vorteil können jedoch die grosse kulturelle und geographische Distanz, die vielen Fluktuationen und die Sicherstellung der Expertise wieder erodieren.

Was ist besser: Fixpreis oder nach Aufwand ("time and material")?

Für externe, abgegrenzte Projekte gibt es zwei generelle Abrechnungsmodelle. Was sind deren Vor- und Nachteile?

Verrechnung nach Aufwand ("time and material"), was auch die meisten sogenannten "agilen Verträge" umfasst, erlaubt einfachere Änderungen per Zuruf. Alle Risiken bleiben beim Kunden. Die Gefahr bei dieser Vorgehen ist die der Featureitis, des "Feature Creep" welcher die Kosten- und Terminziele des Projektes gefährden kann. Meist passiert das, da beim Entscheid für die Änderung nicht klar ist, um wieviel welches Feature den Preis treibt.

Ein Fixpreis verlagert die Risiken zum Auftragnehmer, der sie natürlich in den Preis einberechnet. Der Anreiz, die Termin und Kostenziele zu erreichen ist massiv grösser. Der Kunde kann es als unschön empfinden, dass sein Ziele und die Spezifikationen für ein Fixpreisprojekt auch fix sein müssen. In der Praxis kann das den Vorteil haben, dass vorab klare Entscheide zum Produkt gefällt werden müssen. Änderungen sind dann immer möglich, mit dem Vorteil, dass auch jede Änderung eine klare Preis- und Terminwirkung bekommt, welche in den Entscheid für ihre Durchführung einbezogen werden kann.

Frau meditiert am See

Wie wählt man einen Entwicklungspartner aus?

Wenn Sie sich entschieden haben, das Projekt mit einem Partner durchzuführen, dann stellt sich die Frage wie man diesen auswählt. Dazu haben wir eine Outsourcing-Checkliste erstellt.

Welche Entwicklungsstrategie Sie wählen, hat einen grossen Einfluss auf den Erfolg und die Lebenszykluskosten Ihrer Produktentwicklung.

Solcept entwickelt Elektronik und Software nach mehreren dieser Modelle. Wenn Sie zu den verschiedenen Strategien Fragen haben, machen Sie einen Workshop mit uns.

Andreas Stucki

Haben Sie zusätzliche Fragen? Haben Sie eine andere Meinung? Wenn ja, mailen Sie mir oder kommentieren Sie Ihre Gedanken unten!

Autor

Fragen & Kommentare

Keine Kommentare

Haben Sie zusätzliche Fragen?

Projekte? Ideen? Fragen? Machen wir einen kostenlosen Erst-Workshop!